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02.04.2020, 15:54 Uhr
Schließungen in der Kindertagesbetreuung in Bezug auf Kindertagespflege
Covid-19-Pandemie
Kristy Augustin MdL: "Wir alle sind bemüht, die Pandemie einzudämmen. So leidenschaftlich die Kindertagespflegpersonen für ihre Kinder da sind, ist hier der gegenseitige Schutz vorrangig."
Potsdam - In den vergangenen tagen gab es von Seiten der Kindertagespflege, einzelnen Kindertagespflegepersonen oder auch den Eltern, Kommunen und Landkreisen viele Fragen zu bislang nicht geplanten Schließung der Kindertagespflegestellen. Als Sprecherin für frühkindliche Bildung, die sich seit Jahren auch sehr eng mit dem Anliegen der Kindertagespflege beschäftihgt, möchte ich dazu Auskunft geben und manches auch erläutern.

Mit der Entscheidung der Landesregierung zur Eindämmung der Pandemie des COVID 19 (Corona-Virus) wurden weitreichende Maßnahmen und Anordnungen umgesetzt, die stark in das öffentliche und auch private Leben gehen und wohl überlegt sein müssen. Ziel der Entscheidungen bleibt es, die rasche Verbreitung des Virus abzumindern. Dabei werden Entscheidungen täglich neu bewertet und weitergehende Maßnahmen nicht ausgeschlossen. Die Lage ist ernst und wir alle nehmen es ernst. So auch aus dem Apell der Bundeskanzlerin an die Nation.

Die Entscheidung der Landesregierung Veranstaltungen mit mehr 50 Teilnehmern zu untersagen, Verkaufsstellen mit Ausnahmen zu schließen und auch die Schließung von Schulen, Kitas und Krippen dienen dem Ziel der Eindämmung. Der Anlass die Krippen, Kitas und Schulen bis auf Notbetreuung und Ausnahmen (Förderschulen) zu schließen wurde mit Blick auf die Gruppengrößen getroffen und nicht als Entscheidung, die Betreuung von Kindern prinzipiell aufzuheben. Es wurde entschieden, die Kindertagespflegestellen nicht grundsätzlich zu schließen, da sie zwar gleichrangige Form in der Kindertagesbetreuung aber nicht gleichwertig (Betreuung von maximal 5 fremden Kindern) sind. Das dies aus Sicht von Eltern deren Kinder in die Kita gehen oder eben auch bei den Kindertagespflegepersonen ungerecht angesehen wird, ist durchaus nachvollziehbar. Entscheidend waren aber Überlegungen zur Reduzierung von Kontakten bei großen Gruppen. Auch sind Fragen wie die Abdeckung der Notbetreuung und anderes von großer Bedeutung gewesen, um überhaupt eine Situation der Lage zu haben.

Es ist zudem bedauerlich, dass die gleichermaßen für die Kindertagespflegestellen geltenden Vorgaben z.B. bei Risikogruppen nach Robert-Koch-Institut, nicht von allen Landkreisen beachtet wurden. Ebenso bedauerlich ist, dass viele Eltern, die eine Betreuung der Kinder zuhause problemlos ermöglichen könnten, dem Appell der Kindertagespflege zum eigenen Schutz und Schutz anderer nicht nachkommen wollten.

Dennoch ist neben der Gruppengröße mehr als dies allein in den Blick zu nehmen. Erwähnen möchte ich, dass durch diese Situation aber auch einmal deutlich wurde, dass die Kindertagespflegepersonen von besonderem Wert sind! Wir alle sind aber bemüht, die Pandemie einzudämmen. So leidenschaftlich die Kindertagespflegpersonen für ihre Kinder da sind, ist hier der gegenseitige Schutz vorrangig. Mit Blick auf das Infektionsschutzgesetz, ist die Kindertagespflege dort ebenso wie die Kita oder Krippe zu bewerten. Dies und auch der nunmehr absehbare Bedarf an Notfallbetreuung sowie die Notwendigkeit weitergehender Maßnahmen sind aktuell Anlass einer neuen Bewertung beim Bereich der Kindertagespflege.

Aktuell stehen noch Abstimmungen und entsprechende Entscheidungen an. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die Kindertagespflege in die Verordnungen und damit Beschränkung auf Notbetreuung zu Schule und Kita mitaufgenommen werden.

Bitte informieren Sie sich dazu aktuell auf den Webseiten der Landesregierung. Gern stelle auch ich zeitnah Informationen zur Verfügung, sobald Entscheidungen getroffen wurden.

Ihre
Kristy Augustin MdL